Fallstudie | Corporate-Bildpool und Reporting
Fotografie für den Hochland-Nachhaltigkeitsbericht
Vom fehlenden Bildbestand zum langfristig nutzbaren Corporate-Bildpool
Das Projekt in Kürze
Die Situation
Bei Hochland hat professionelles Bildmaterial für einen geplanten Nachhaltigkeitsbericht gefehlt. Die wenigen vorhandenen Fotografien wurden bereits in älteren Berichten verwendet. Stockfotografie war keine Alternative, da sie die Aussagen des Berichts nicht authentisch hätte stützen können.
Strategie und Umsetzung
In einer frühzeitig geplanten, mehrtägigen Fotoproduktion wurden die Berichtsthemen visualisiert: mit realen Mitarbeitenden und tatsächlichen Arbeitsprozessen, an Unternehmensstandorten, in der Umgebung und bei landwirtschaftlichen Partnerbetrieben.
Das Ergebnis
Hochland hat einen Bildpool mit 1.350 Fotografien und zahlreichen Motivvarianten bekommen. Neben der Nutzung im Nachhaltigkeitsbericht – Print, PDF (hier als Blätterversion) und Web – werden die Bilder für unterschiedliche Aufgaben der Unternehmenskommunikation eingesetzt.
Key Facts
Auftraggeber
Hochland Deutschland GmbH
Projekt
Nachhaltigkeitsbericht
»Verantwortung für Generationen«
Aufnahmeorte
Heimenkirch, Schongau und Umgebung
Auszeichnung
2. Platz bei den Hallbars Awards for Sustainability Reports
Aufgaben Michael Jasten
Konzept, Art Direction, Text, Gestaltung und Fotografie
Produktion
Etwa acht Fototage, zuzüglich Vorbereitung und Postproduction
Team
Fotografie: Michael Jasten
Fotoassistenz: Sebastian Kissel
Hair & Make-up: Marion Heinzelmann
Umfang
120 fotografierte Personen
150 Motivgruppen
Bildauswahl
1.350 Fotografien als vorselektierte Auswahl mit zahlreichen Motivvarianten
Veröffentlichungen
Nachhaltigkeitsbericht als Print, PDF (hier als Blätterversion) und Website, jeweils auf Deutsch und Englisch; spätere Nutzung für weitere Projekte der Unternehmenskommunikation
Ein Bericht ohne eigenen Bildbestand?
Der dritte Nachhaltigkeitsbericht sollte Hochlands Verantwortung entlang konkreter Ziele und Maßnahmen nachvollziehbar machen. Dafür hat jedoch professionelles Bildmaterial gefehlt. Die wenigen geeigneten Fotografien sind bereits in vorherigen Berichten eingesetzt worden.
Stockfotografie war für diese Aufgabe keine sinnvolle Alternative. Allgemeine Symbolbilder hätten zwar Themen wie Umwelt, Verantwortung oder Arbeitswelt illustrieren können. Sie hätten aber nicht gezeigt, wie Hochland tatsächlich arbeitet, wer an den beschriebenen Maßnahmen beteiligt ist und an welchen Orten die Aussagen des Berichts konkret werden. Die wichtigste Eigenschaft eines Nachhaltigkeitsberichts – Glaubwürdigkeit – wäre damit konterkariert worden.
Das Problem hat deshalb nicht nur in einer zu kleinen Bildauswahl gelegen. Es hat eine eigene visuelle Grundlage gefehlt, mit der sich die Aussagen des Berichts glaubwürdig belegen und gestalterisch zusammenführen lassen.
Doppelseitiger Kapitelauftakt im Nachhaltigkeitsbericht: Die Fotografie eröffnet das Kapitel und strukturiert den Bericht
Berichtsthemen, Bildsprache und spätere Layoutanforderungen wurden frühzeitig miteinander verknüpft
Bericht und Fotografie gemeinsam denken
Michael Jasten war nicht erst als Fotograf in die Bebilderung des Nachhaltigkeitsreports eingebunden. Als Kommunikationsdesigner mit langjährigem Schwerpunkt in der Nachhaltigkeitskommunikation hat er auch Konzept, Art Direction, Text und Gestaltung des Berichts verantwortet.
Dadurch konnten Berichtsthemen, Bildsprache, Layoutanforderungen und Fotoproduktion frühzeitig miteinander verbunden werden. Die Fotografie hat vor dem eigentlichen Layout begonnen. Das hat einen ungewöhnlich großen Planungsspielraum geschaffen: Die Motivplanung konnte aus den inhaltlichen Aussagen und der geplanten Dramaturgie des Berichts heraus entwickelt werden.
Nach dem Vergleich unterschiedlicher fotografischer Ansätze hat sich die Geschäftsführung für Michael Jasten entschieden. Dadurch konnten Konzept, Text, Art Direction, Gestaltung und Fotografie eng miteinander verbunden und aus einer gemeinsamen inhaltlichen Perspektive entwickelt werden.
Berichtsaussagen in konkrete Situationen übersetzen
Die fotografische Aufgabe bestand nicht darin, Nachhaltigkeit allgemein darzustellen. Die Bilder sollten konkrete Einblicke in das Unternehmen geben und die im Bericht genannten Fakten, Ziele und Maßnahmen visuell stützen.
Die entwickelte Bildsprache hat drei Ebenen verbunden: reportageartige Beobachtungen aus dem tatsächlichen Arbeitsalltag, bewusst vorbereitete, aber nicht gestellt wirkende Situationen sowie die Landschaft und landwirtschaftliche Umgebung als Teil der Wertschöpfung und der regionalen Verankerung.
Fotografiert wurden ausschließlich reale Mitarbeitende, Führungskräfte, Arbeitsbereiche und Produktionssituationen. Auch vorbereitete Motive sollten erkennbar Teil der tatsächlichen Unternehmenswirklichkeit bleiben.

Viele Aufnahmen sind beobachtend im laufenden Betrieb entstanden
Ein Bildpool von der Milcherzeugung über die Produktion bis hin zum Management
Die Fotoproduktion hat in Heimenkirch, Schongau und der Umgebung stattgefunden. Über etwa acht Tage sind Aufnahmen von rund 120 Personen und aus etwa 150 Motivgruppen entstanden. Der Bildpool bildet die Wertschöpfung und den Unternehmensalltag ab: von Milcherzeugung und Logistik über Labor und Produktion bis zu Verwaltung, Geschäftsführung, Mobilität und Gesundheitsangeboten. Ausgewählte Motive wie CEO-Porträts, E-Mobilität und einzelne Arbeitssituationen sind gezielt vorbereitet worden; viele andere Aufnahmen sind beobachtend im laufenden Betrieb entstanden.
Für die späteren Anwendungen sind konsequent Hoch- und Querformate berücksichtigt worden. Der Bildbestand sollte inhaltlich breit und zugleich für Printseiten, Website, PDF und unterschiedliche Layouts nutzbar sein. Die stärksten Motive sind im gedruckten Bericht als doppelseitige Kapiteltrenner eingesetzt worden. Mit nur wenigen Textelementen haben sie die Kapitel visuell eröffnet und strukturiert.
Vom Bildpool in den Bericht
An ausgewählten Doppelseiten aus dem veröffentlichten Bericht lässt sich nachvollziehen, wie Fotografien, Texte, Berichtsaussagen und Gestaltung ineinandergreifen. Die Bilder sind dabei nicht nachträglich als dekorative Illustration hinzugefügt worden. Da die Fotoproduktion vor dem eigentlichen Layoutstart stattgefunden hat, stand für die Gestaltung bereits eine große Auswahl zusammenhängender Motivgruppen zur Verfügung. So konnten die Fotografien passend zu den jeweiligen Inhalten ausgewählt und flexibel mit Texten, Kennzahlen und weiteren Gestaltungselementen kombiniert werden. Besonders prägnante Motive sind als doppelseitige Kapiteltrenner eingesetzt worden. Die weitgehend von Text freigehaltenen Seiten geben den Fotografien den notwendigen Raum und gliedern den Bericht zugleich visuell.
Auswahl aus der Perspektive der späteren Gestaltung
Michael Jasten hat auch Bildauswahl und Bildredaktion übernommen. Da er zugleich Art Direction und Gestaltung des Berichts verantwortet hat, konnte er die Auswahl an den Berichtsthemen, der Dramaturgie und den benötigten Layoutformaten ausrichten.
Hochland hat eine bewusst weit gefasste, vorselektierte Auswahl von 1.350 Fotografien erhalten. Sie hat zahlreiche ähnliche, aber nicht identische Motivvarianten enthalten und damit auch spätere PR-Nutzungen berücksichtigt. Dadurch konnte zwischen Motiven gewechselt werden, ohne immer exakt dieselben Aufnahmen zu wiederholen.
Die Übergabe ist über eine nach Themen und Motivgruppen gegliederte Onlinegalerie erfolgt. Dadurch ist der umfangreiche Bildbestand übersichtlich und für verschiedene Aufgaben der Unternehmenskommunikation schnell nutzbar geblieben.
Der große Umfang ist damit nicht nur Ergebnis der thematischen Breite, der beiden Produktionsstandorte und der benötigten Hoch- und Querformate. Er ist Teil des Nutzungskonzepts für einen längerfristigen, variablen Bildbestand.
Ein universeller Bildpool als Zusatznutzen
Teile des Bildpools wurden zunächst für den gedruckten Nachhaltigkeitsbericht, die PDF-Ausgabe und die begleitende Website eingesetzt (jeweils in deutscher und englischer Sprache).
Die Nutzung blieb aber nicht auf den Bericht beschränkt. Insbesondere Hochlands PR-Abteilung hat anschließend mit den Fotografien weitergearbeitet. Aus einem zunächst berichtsbezogenen Bedarf ist damit ein universeller Bildbestand entstanden, der bis heute für unterschiedliche Aufgaben der Unternehmenskommunikation genutzt wird.
Die Zusammenarbeit hat zudem zu weiteren Aufträgen geführt, darunter Reportagen von Nachhaltigkeitstagen und Veranstaltungen sowie Business-Porträts von HR-Manager:innen.
Bericht ansehen
Blätterversion (Deutsch) | PDF (Deutsch)
Blätterversion (English) | PDF (English)
Microsite zum Nachhaltigkeitsbericht ansehen
Assistenz und Hair & Make-up als Teil der Fotoproduktion
Bei einer Produktion mit zwei Standorten und zahlreichen Situationen ist entscheidend, wie viel der verfügbaren Zeit tatsächlich für die Fotografie genutzt werden kann und wie sicher sich die fotografierten Personen vor der Kamera fühlen.
Sebastian Kissel hat als Fotoassistent technische und logistische Aufgaben übernommen sowie Licht- und Motivwechsel vorbereitet. Dadurch hat Michael Jasten ohne unnötige Unterbrechungen arbeiten und sich auf Menschen, Bildgestaltung und die inhaltliche Aussage konzentrieren können. Kürzere Umbau- und Koordinationszeiten haben Durchsatz und Produktionssicherheit erhöht; fotografische Arbeitszeit ist nicht für Aufgaben eingesetzt worden, die sich wirtschaftlicher delegieren ließen.
Marion Heinzelmann hat Hair & Make-up für geplante Porträt- und Personensituationen übernommen. Haare, Haut und Kleidung sind bereits vor der Aufnahme kontrolliert worden. Das hat Korrekturen in der Postproduction reduziert und den fotografierten Personen Sicherheit vermittelt. Wer sich mit dem eigenen Erscheinungsbild gut aufgehoben fühlt, kann sich leichter auf die Situation einlassen. So sind ruhige, selbstverständliche Porträts entstanden, ohne dass das Styling sichtbar in den Vordergrund getreten ist.

Behind the Scenes: Fotograf Michael Jasten bei Aufnahmen eines Milchsammelwagens – aufgenommen von Fotoassistent Sebastian Kissel
Externe Anerkennung
Beim internationalen Wettbewerb Hallbars Awards for Sustainability Reports hat die Print-Version des Hochland-Nachhaltigkeitsberichts den zweiten Platz belegt.
Die Auszeichnung hat sich auf den gesamten Nachhaltigkeitsbericht bezogen, nicht isoliert auf die Fotografie.
Für die Fallstudie ist sie dennoch relevant, weil Konzept, Art Direction, Text, Gestaltung und Fotografie als zusammenhängende Kommunikationsleistung entwickelt worden sind.
Kundenstimme
»Fachlich, inhaltlich und strukturell äußerst professionell, dabei stets wertschätzend und konstruktiv. […] Vielen Dank für die exzellente Zusammenarbeit und die spürbare Arbeitsentlastung.«
Simone Grunwald
Nachhaltigkeitsmanagerin, Hochland Deutschland GmbH
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